Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung

Ein Projekt entlang der gesamten Versorgungskette in den Kantonen SG, GR, BE und JU mit Unterstützung von Gesundheitsförderung Schweiz, von 2019 bis 2022

Gemäss der bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung (2018) verletzen sich in der Schweiz jährlich 87’000 Personen über 65 Jahre bei einem Sturz; über 1’500 Betroffene sterben an dessen Folgen. Stürze im Alter haben neben der individuellen auch eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung: jährlich fallen materielle Kosten von CHF 1.7 Milliarden an, davon CHF 470 Millionen für Spital- und sonstige Heilungskosten. Mit zunehmendem Alter steigt das Sturzrisiko, wobei bereits gestürzte Personen und solche mit mehreren chronischen Krankheiten ein besonders erhöhtes Risiko haben.

Das Projekt «Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung» unter dem Vorsitz des Kantons St.Gallen verfolgt folgende Ziele:

  • In den Pilotkantonen SG, BE, GR und JU wird bis Ende 2022 die Sturzprävention für Menschen mit erhöhten Risiken systematisch und flächendeckend in der Gesundheitsversorgung und an deren Schnittstellen umgesetzt.
  • Die in das Projekt involvierten Multiplikatoren der Versorgungskette sind befähigt, Sturzrisikopatient/-innen a) zu erkennen, b) abzuklären und c) adäquat zu behandeln bzw. angemessenen präventiven Massnahmen zuzuführen. Sie verbessern ihre Vernetzung, handeln interprofessionell und optimieren die Koordination der präventiven Massnahmen.
  • Auf nationaler Ebene sind im Bereich der Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung die Voraussetzungen in der Bildung (Aus-, Weiter- und Fortbildung), bestehende Finanzierungsmodi und die Koordination der Aktivitäten optimiert, eine nachhaltige Gesamtstrategie entwickelt sowie die Multiplikation des Projekts (nationales Rollout) vorbereitet.
  • Das Projekt «Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung» leistet einen wichtigen Beitrag zur generellen Förderung der koordinierten und integrierten Versorgung von chronisch kranken und multimorbiden Menschen.

Das Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz unter Einbezug der relevanten Akteure in der Gesundheitsversorgung sowie an deren Schnittstellen. Im Zentrum stehen Patienten mit einem erhöhten Sturzrisiko. Fachpersonen im Umfeld der Patientinnen und Patienten werden für die Sturzprävention sensibilisiert, entsprechende Fachkenntnisse und Fähigkeiten gestärkt sowie die Strukturen und Prozesse in der Kommunikation, Koordination und Interprofessionalität entlang der gesamten Versorgungskette optimiert. In das Projekt sind nationale und kantonale Organisationen von Public Health und der Zivilgesellschaft integriert. Synergiepotenziale mit anderen Projekten und Dienstleistungen im Bereich der Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung werden wo immer möglich genutzt.

Weitere Informationen zum Projekt

Bildquelle: © Gesundheitsförderung Schweiz / Peter Tillessen

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