Kantonale Tagung «kooperation alter» zum Thema integrierte Altersversorgung

Eröffnet wurde die Tagung von Boris Tschirky, Präsident der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP), sowie Regierungsratspräsidentin Heidi Hanselmann und Regierungsrat Martin Klöti. Im Zentrum ihres moderierten Gesprächs standen die «Gestaltungsprinzipen für die Alterspolitik». Die Regierung und die VSGP haben den Auftrag zu deren Erarbeitung gemeinsam erteilt. Die Statements gaben einen kurzen Rundumblick und machten deutlich, dass Alterspolitik ein Querschnittsthema und eine Verbundaufgabe von Kanton und Gemeinden ist.

Who Cares?
Bereits an der letzten Tagung im August 2017 wurde festgestellt, dass Alterspolitik weit über eine «Bettenplanung» hinausgeht. Es gilt vielmehr, verschiedene Fragen zu beantworten: Wie soll die Unterstützung, Betreuung und Pflege von älteren Menschen künftig aussehen? Wie soll sie organisiert werden, wem kommt dabei welche Rolle und Aufgabe zu und was darf das alles kosten? Dazu hat die Fachhochschule St.Gallen im Projekt «Who Cares?», das von Adrian Stämpfli vorgestellt wurde, eine App entwickelt. Kernstück sind vier Care-Visions. Jede steht für ein anderes, in sich konsistentes Zukunftsszenario. Mit dieser App erhalten die Gemeinden ein gutes Instrument für ihren Strategieprozess und einen Wegweiser für ihre integrierte Planung im Altersbereich. Der Prototyp kann hier ausprobiert werden.
Präsentation Who Cares

Es gibt nicht die eine Lösung
Mit dieser Feststellung griff Dr. Regula Ruflin von socialdesign einen wichtigen Aspekt aus der Diskussion zu «Who Cares?» auf. Je nach Zielen sieht der Bedarf unterschiedlich aus. Die Gemeinden können in der Alterspolitik viel gestalten, müssen aber auch gestalten. Sie zeigte die verschiedenen Phasen, die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der praktischen Umsetzung der Angebotsplanung auf. Wichtig sei, eine Koordinationsperson zu ernennen und diese mit den nötigen Kompetenzen auszustatten. Zudem sollen möglichst Win-Win-Situationen geschaffen werden, bei denen alle Akteurinnen und Akteure profitieren. Das Referat wurde abgerundet durch wertvolle Hinweise zu Leistungsaufträgen, die Gemeinden im Rahmen der Angebote für ältere Menschen vergeben können.
Präsentation von socialdesign

Gemeinsam statt einsam
Etwas mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung fühlt sich manchmal oder häufig einsam, was Auswirkungen auf die Gesundheit hat: Einsamkeit kann depressive Symptome und Demenz fördern. Dies die schlechte Nachricht, die Dr. Hilde Schäffler von Public Health Services Bern hatte. Aber sie präsentierte auch eine Gute: Gegen Einsamkeit kann ein umfassender und koordinierter Ansatz auf kommunaler Ebene helfen. Dazu sollen lokale Netzwerke von Akteurinnen und Akteuren aufgebaut und Multiplikatorenschulungen für Fachleute von aufsuchenden Diensten, z.B. der Spitex, durchgeführt werden. Viele wertvolle Hinweise dazu, wie dies in einer Gemeinde konkret umgesetzt werden kann, gibt die Broschüre «Förderung der sozialen Teilhabe im Alter in Gemeinden».
Präsenation Gemeinsam statt einsam

richäburg.füränand
Wie kann ein generationenübergreifendes, koordiniertes Versorgungsprojekt in einer Gemeinde konkret aussehen? Dies zeigte Matthias Radke anhand der Schwyzer Gemeinde Reichenburg auf. Die Vision ist, flexible und bedarfsgerechte Lebensräume sowie ein entsprechendes integriertes Versorgungsangebot für das Leben und Wohnen im Alter zu schaffen. Wichtig ist auch hier die die Vernetzung regionaler Akteurinnen und Akteure. Es geht zügig voran in Reichenburg: So wurde beispielsweise anfangs 2017 die regionale Koordinationsstelle für Altersfragen eröffnet, im Jahr 2018 startete die Nachbarschaftsplattform www.fürenand.ch und dieses Jahr wurde das Haus Generationentreff eröffnet. Gibt es für solche Projekte ein Erfolgsrezept? Dazu gab Matthias Radke den Tagungsteilnehmenden mit auf den Weg: «Immer am Ball bleiben».
Präsentation richäburg

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